Abrotanum

Abrot.

Artemisia abrotanum

Eberraute


Compositae, Asteraceae, Asteroidae

Arzneimitteldossier (ca. 1,2 MB)

"Herkunft des Mittels
     Artemisia Abrotanum, die Eberraute oder Eberrautenbeifuß, stammt aus Südeuropa ... Wird in Deutschland in Kulturen angebaut. Zur (..Arznei..) werden die frischen Blätter verwendet. "

Mezger: Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre, Haug, Ulm 1961

Lesen Sie Folgendes aus

Gernot Katzers Gewürzseiten


http://www-ang.kfunigraz.ac.at/~katzer/germ/Arte_abr.html
 

Die Eberraute, ein etwas altmodisches Küchenkraut, wird heute kaum noch
verwendet. Mit ihrem starken und aufdringlichen Zitronengeruch und der
ausgeprägten Bitterkeit tut man sich tatsächlich auch schwer, geeignete
Anwendungen zu finden. Auf jeden Fall muß beim Dosieren Vorsicht walten.

Eberraute eignet sich hauptsächlich für Fleisch. Ähnlich wie beim Beifuß, dem die
Eberraute aber bei weitem überlegen ist, bietet es sich an, starkschmeckendes und
eher fettes Fleisch (Schwein, Gans, Ente oder Lamm) mit Eberraute zu
verfeinern, wobei die Bitterstoffe gleichzeitig appetitanregend und
verdauungsfördernd wirken. Andererseits kann Eberraute aber auch, ähnlich wie
Salbei, zum Würzen von sehr zartschmeckendem Fleisch (Kalb) verwendet
werden, um es geschmacklich interessanter zu machen. Auf jeden Fall lohnt
dieses vergessene Gewürzkraut Experimente!

Angeblich wird Eberraute in Italien auch zum Würzen von Kuchen gebraucht,
aber ich habe noch nie ein derartiges Rezept gesehen. Weiters sind Extrakte der
Pflanze gelegentlich in magenstärkenden Mitteln enthalten.

Inhaltsstoffe

       Ätherisches Öl mit dem Hauptbestandteil Absinthol, einem Gemisch
       verschiedener stereoisomerer Thujone, das auch im verwandten Wermut
       auftritt; weiters wurde ein Alkaloid namens Abrotanin gefunden.
       Sesquiterpenlactone (Absinthin) sind für den bitteren Geschmack
       verantwortlich, der jedoch nicht so ausgeprägt wie beim Wermut ist.

       Thujon, das sich auch in Beifuß und Salbei findet, ist ziemlich giftig und
       für die gesundheitsschädliche Wirkung von mit Wermut aromatisierten
       Alkoholika verantwortlich. Absinth, die Modedroge des Fin de siécle
       vor einhundert Jahren in Frankreich, ist ein Wermutlikör, der auch große
       Mengen an anderen Gewürzextrakten (vor allem Anis und Fenchel)
       enthielt und der gemeinsam mit Zucker und Wasser getrunken wurde. Da
       sich beim Dauergebrauch schwerste Nervenleiden entwickeln, ist Absinth
       heute in den meisten Ländern verboten; als Ersatz haben sich reine
       Anisliköre (z.B. Pernod) etabliert.
       Wegen der starken Bitterkeit des Wermuts ist es ohne entsprechenden
       Zuckerzusatz fast unmöglich, toxisch relevante Mengen zu sich zu
       nehmen; die ungesüßten Wermutweine (Vermouth) enthalten nur
       geringe Mengen Thujon.
 

Herkunft

       Wahrscheinlich Kleinasien oder auch Europa (die Pflanze kommt heute
       im westlichen Mittelmeergebiet wild oder verwildert vor).
 

Etymologie

 Der lateinische Name der Pflanze, abrotonum, ist nicht mit aper "Eber" verwandt. Deutsch: Eberraute ist eine volksetymologische Anlehnung des lateinischen Namens an die ebenfalls bittere Raute.




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