"Herkunft des Mittels
Artemisia Absinthium, Wermut (Fam. nat. Compositae),
in Europa und allen Teilen der nördlichen Halbkugel verbreitet. Die
Arzneiwird aus frischen jungen Blättern und Blüten hergestellt.
Toxikologie
Die Hauptwirkstoffe sind die Bitterstoffe
Absinthin und Anabsinthin und ein aetherisches Öl, Oleum Absinthii,
das in allen Teilen der Pflanze reichlich gefunden wird. Oleum Absinthii
enthält als wichtigsten Bestandteil Thujon, daneben Thujol, außerdem
die Terpene Pinen, Cadinen, Phellandren sowie Azulen. "Oleum Absinthii
ist ein Gehirngift, das nicht nur, wohl vorwiegend durch Thujon und Phelandren,
Krämpfe hervorruft, sondern auch schwere Degenerationserscheinungen
am Zentralnervensystem hervorrufen kann. Im Tierversuch rufen kleine Dosen
von Oleum Absinthii leichte Muskelzuckungen, größere Gaben heftige
klonische (epileptiforme) Zuckungen hervor" (GESSNER/ORZ. Gift- und Arzneipflanzen,
3. Aufl., S. 258). Die Verwendung in der Homöopathie geht zurück
auf einen bei einer einzigen Frau angestellten Arzneiversuch GATCHELLS
(U. S. Med. a. Surg. J. V: 293) und auf die bekannten Vergiftungserscheinungen
mit Absinth, einem in der Schweiz hergestellten und verwendeten Getränk,
welches ein Destillat aus Wermut darstellt und im Gegensatz zu Wermutwein
reichlich Oleum Absinthii enthält und dessen Verkauf wegen seiner
Giftigkeit verboten ist."
Mezger: Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre, Haug, Ulm 1961Siehe auch: