Agaricus muscarius

Agar.

Amanita muscaria

Fliegenpilz


weitere Namen:

Narren Schwamm, Fly Agaric, Soma (altindisch)
asumer, amarita (Aryan), pong, pank
pongo (sibirisch), bolong gomba (Magyar)
Fly agaric
 

Hahnemann "Die chronischen Krankheiten", Band II, S. 1

"Von diesem stinkendem Pilze .... nimmt man, wenn er vorsichtig getrocknet worden, einen, vom frischen aber, zwei Gran ..."

Toxikologie

 Bei Vergiftungen mit dem Fliegenpilz treten nach 1/2 bis 2 Stunden Rauschzustände, wie nach übermäßigem Alkoholgenuß, mit heiterer, manischer Erregung oder auch seltener melancholischer Natur, Gliederkrämpfe, Speichelfluß, Brustbeklemmung und Atemnot, Krämpfe in der Schlundmuskulatur, Durst, Erbrechen und Koliken, stärkste Durchfälle und Pupillenverengung, zum Teil auch Pupillenerweiterung auf. Auf dieses Erregungs- und Krampfstadium folgt ein narkoseähnliches Lähmungsstadium, in dem bei tiefem Koma ein Kreislaufkollaps (Blutdrucksenkung, sehr frequenter, unregelmäßiger Puls, kühle, blasse Haut) und der Tod eintreten kann. Der Tod kann in den ersten 24 Stunden eintreten, meist tritt jedoch schon am 2 . Tag eine rasche Wiederherstellung ein. Der Giftgehalt des Fliegenpilzes scheint sehr wechselnd zu sein, wodurch es zu erklären ist, daß der Fliegenpilz in manchen Gegenden als eßbar gilt. Das Abziehen der Oberhaut, welches dabei gepflegt wird, kann für die Ungiftigkeit keine Erklärung geben, da das Gift nicht nur in dieser sitzt. Manche Völker Sibiriens verwenden den Fliegenpilz zur Berauschung. Beim fein toxikologischen Versuch der Arzneimittelprüfung und bei den Vergiftungen wird eine steigende Lustigkeit mit ungewöhnlichen Körperkräften und geistigen Kräften beobachtet mit Schwindel und Sehnenhüpfen (Zucken der Muskeln). Die Motorik der willkürlichen Muskulatur und die zeitliche Aneinanderreihung der Bewegungsimpulse koordinierter Bewegungen werden in deutlicher Weise gestört in der Art, wie wir es bei der Chorea minor beobachten, für die Agaricus ein Hauptmittel ist. Schielen der Augen, Nystagmus, Schreibkrampf und ähnliche Bewegungsstörungen stellen ein Indikationsgebiet des Fliegenpilzes dar. Zuckungen und Sehnenhüpfen zeigen sich im Gesicht und an anderen Teilen; daher die bewährte Verwendung bei Tic.
 



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