Namensbedeutung
alumen (lat.): Alaun (engl.: aluminium)
Entdeckung
In Alaun, das bereits seit dem Altertum bekannt
war, entdeckte 1754 der deutsche Chemiker Marggraf eine neue Erde, die
er Alaunerde nannte. Wie wir heute wissen, handelt es sich bei dieser Erde
um Aluminiumoxid (Al2O3).
Marggraf gelang auch die Gewinnung von Tonerde aus bestimmten Schiefern.
1808 versuchte Humphry Davy seine Erfahrung, die er bei der elektrochemischen
Abtrennung von Alkalimetallen wie Natrium und Kalium gewonnen hatte, auf
die Tonerde zu übertragen. Die Isolierung des neuen Elements sollte
ihm jedoch nicht gelingen. Diese gelang erst dem Dänen Christian Oersted
1825, der Aluminiumchlorid mit Kaliumamalgam umsetzte. Hierbei erhielt
er Aluminium in noch stark verunreinigter Form. Zwei Jahre später
verbesserte Friedrich Wöhler die Darstellung von Aluminium ganz wesentlich.
Doch erst 1854 konnten Bunsen und Deville unabhängig voneinander das
Metall mit hohem Reinheitsgrad mittels Elektrolyse darstellen. 1886 stellten
der Amerikaner Charles M. Hall und der Franzose Paul-Louis Toussaint Héroult
ein Verfahren zur billigen Aluminiumherstellung vor, das den Weg für
den großtechnischen Einsatz des Leichtmetalls ebnen sollte.
Vorkommen
Aluminium ist das wichtigste Elemente der III. Hauptgruppe.
Der Anteil des Elements am Aufbau der Erdkruste wird mit 8% angegeben.
Es ist somit das dritthäufigste Element und das häufigste Metall
der Erdkruste; erst danach folgt Eisen mit einem Anteil von ca. 6%. Man
findet Aluminium in der Natur nie in Reinform, sondern stets an Sauerstoff
gebunden. Es ist allgegenwärtig in Feldspäten und Glimmern oder
in deren Verwitterungsprodukten. Das wohl bekannteste Aluminium-Mineral
ist Bauxit, das ausschließlich im Tagebau gewonnen wird. Der Name
leitet sich von dem französischen Ort Les Baux ab, wo es erstmals
abgebaut wurde. Bei Bauxit handelt es sich um ein erdiges Sedimentgestein,
das in seiner Zusammensetzung starke Schwankungen aufweist. Im wesentlichen
setzt es sich aus Aluminiumoxid (40-60%), Eisenoxid (5-30%) und Siliciumoxid
(1-15%) zusammen. Das Eisenoxid bedingt die meist rötliche Färbung
von Bauxit. Abbauwürdige Bauxit-Vorkommen findet man in Brasilien,
China, Australien, Neu-Guinea, in Westafrika und Indien. Andere Aluminium-Mineralien
sind: Albit, Anorthit, Eisstein, Natronfeldspat, Kalifeldspat, Kaliglimmer,
Kalkfeldspat, Kaolinit, Kryolith, Muskovit, Orthoklas, Tonerde. Im Meerwasser
liegt die typische Konzentration bei 5 ppb, wobei sie stark variiert. In
Flußwasser findet man typischerweise 400 ppb.
Eigenschaften
Aluminium ist ein weiches, silbrig- weißes
Leichtmetall, das eine kubisch-flächenzentrierte Gitterstruktur aufweist.
Aluminium ist recht unedel und sehr reaktionsfreudig. An Luft bildet sich
schnell eine dünne schützende Oxidschicht, wodurch es sehr korrosionsbeständig
wird. Das Aluminium eine große Affinität zu Sauerstoff hat,
wird daran deutlich, daß es in der Natur häufig an Sauerstoff
gebunden ist. Technisch kann Aluminium durch das sog. Eloxal-Verfahren
gehärtet werden, indem durch anodische Oxidation die Oxidschicht verstärkt
wird. Mit Salzsäure und Natronlauge reagiert Aluminium sehr heftig.
Das Verhalten gegenüber Schwefelsäure ist bereits schwächer,
während es sich passiv gegenüber kalter Salpetersäure verhält.
Das Metall hat gute thermische und elektrische Eigenschaften, die etwa
zu zwei Dritteln denen von Kupfer entsprechen. Aufgrund der Elektronenkonfiguration
hat das Element drei Valenzelektronen. Sein Oxidationszustand ist deshalb
+3. - Wichtige Aluminium-Verbindungen sind Aluminiumoxid, Aluminiumhydroxid,
Aluminiumchlorid, Aluminiumphosphat, Aluminiumcarbid und Aluminiumsulfat.
Biologische Bedeutung
Aluminium scheint zwar eine gewisse biologische
Funktion haben, ist aber vermutlich nie essentiell. Bei manchen Pflanzen
wird durch geringe Aluminium-Konzentrationen das Wachstum begünstigt.
Für den Menschen sind keine Aluminium-Mangelerscheinungen bekannt.
Im Körper eines Erwachsenen lassen sich bei einem Körpergewicht
von 70 Kilogramm ca. 60 mg Aluminium nachweisen. Die toxische Dosis liegt
bei 5 g. Der MAK-Wert in Deutschland für Aluminium-Feinstaub als Metall,
Metalloxid und -hydroxid wurde mit 6 mg/m3
festgelegt.
Verwendung
Die Angaben über die Weltreserven an Aluminium
schwanken zwischen 10 und 25 Milliarden Tonnen. Die jährliche Produktionsmenge
des Metalls liegt zwischen 20 und 25 Mio. Tonnen. Weil Aluminium heute
durch Schmelzflußelektrolyse hergestellt wird, ist der Bedarf an
elektrischer Energie sehr hoch. Die Einsatzbereiche von Aluminium sind
aufgrund seiner Leichtigkeit, Beständigkeit und thermo-elektrischen
Eigenschaften sehr mannigfaltig. Reines Aluminium wird unter anderem für
Bauteile in Elektrogeräten und in Gebrauchsgegenständen eingesetzt.
In Legierungen mit Metallen wie zum Beispiel Kupfer, Nickel oder Zink wird
es als Konstruktionsmaterial und Werkstoff überwiegend im Fahrzeug-
und Schiff- und Flugzeugbau verwendet. Außerdem wird es zum Spezialschweißen,
in Pigmentfarben, in Katalysatoren etc. eingesetzt. Auch das Bauwesen nutzt
Aluminium in vielen Bereichen: als Fensterprofile, Fassadenverkleidungen,
für Dächer und Beschläge, als Dämmfolie und Türrahmen.
Vielfach werden klassische Baustoffe wie Holz verdrängt. - In der
ehem. DDR waren Münzen aus einer Aluminium-Kupfer-Legierung im Umlauf. |