deadly nightshade
Nachtschattengewächse, Solanaceae
Verbreitung über ganz Europa und den vorderen Orient.
"Der frisch ausgepresste Saft der ganzen
Pflanze zu Anfangs ihrer Blüthe (...)"
"Die im Garten (doch auf etwas trocknem Boden und am besten am Abhange
eines Hügels) gezogene Pflanze steht der wild wachsenden an Arzneikräften
wenig oder gar nicht nach..."
Hahnemanns RAL I, p. 11
Labor Gudjons:
Zuerst entstand eine Arznei aus allen Teilen der ganzen frischen Pflanze.
In einer späteren Herstellung wurde der Preßsaft einer aufblühenden
Ganzpflanze verwendet. Schon während des Arbeitens damit traten
wesentlich mehr Symptome auf als bei der ersten Arzneiherstellung, so daß
nur diese anschließend ins Sortiment aufgenommen wurde.
Geschichte
Belladonna oder giftiger Nachtschatten war bereits im Altertum bekannt.
1552 bringt L. Fuchs in seinem Kräuterbuch eine (gut) identifizierbare
Abbildung. Paracelsus hat sie als wahnsinnig machendes Mittel beschrieben.
Der Gebrauch als Rauschmittel zu aggressiven, extatischen Halluzinationen
führten zur Verdammung durch die christliche Kirche als Zauber- und
Hexenkraut. Der Name "belladonna" ist auf die Verwendung der Pflanze als
"Kosmetikum" zurückzuführen, wässrige Auszüge wurden
von den Damen zur Pupillenvergrößerung benutzt.
Toxikologische Aspekte:
Belladonna ist intensiv giftig für Menschen, herbivore Tiere können
sie ungestraft verzehren. Atropin als wesentlicher Inhaltsstoff verursacht
ein anticholinerges oder parasympatolytisches Syndrom:
Trockenheit aller Schleimhäute, excessive Mydriasis, roter Kopf
bei kalten Extremitäten. Lähmung des Magendarmtraktes nach kurzfristiger
Irritation.
Zunehmende tachycarde Herzrhythmusstörungen.
Anstieg der Körpertemperatur. zentralnervöse Eintrübung
bei gleichzeitiger sensorischer Übererregbarkeit, eine Art komatöser
Wachzustand mit angsterregenden Halluzinationen und entsprechenden Abwehrreaktionen.
Homöopathische
Thesen und ausgesuchte Rubriken
Die schnelle Entzündung mit Rubor Calor Dolor ist häufig eine
Belladonnentzündung
Haut; ERYSIPEL; glatt
Gesicht; ERYSIPEL
Schnell ansteigendes trockenes Fieber unter Beteiligung des ZNS mit
Erregungs- oder Krampfzuständen.
Auge; PUPILLEN; weit; Hitzestadium im Fieber, während
Allgemeines; KONVULSIONEN; epileptiform
Fieber; BRENNENDE Hitze; Delirium, mit wildem
Homöopathisches Arzneibuch, 1. Ausgabe 1978, S. 225
HAB Nachtrag von 1982
Kent Repertorium, deutsche Version MacRepertory
Mezger: Gesichtete Homööopthische Arzneimittellehre, Haug,
Ulm 1961