In den beiden Indien, wo der spanische Pfeffer (Piper indicum, s. hispanicum),
wie man ihn nennt, einheimisch ist, ward er größtentheils bloß
als Gewürz angewendet, welches man in England, Frankreich und Italien
nachahmte, bis er zuletzt auch in Deutschland als Gewürz zu Tütsch-Brühen
(Saucen) für den Hochgeschmack leckerer Tafeln eingerührt ward
(wofür man auch oft den gepülverten Samen des noch schärferen
Capsicum baccatum, Cayennepepper nahm), um den Gaumen zu widernatürlich
starker Eßlust zu reizen und so - die Gesundheit zu Untergraben.
(...)Man findet solche durch Kapsikum heilbare Krankheiten bei Personen
von straffer Faser seltener.
Capsicum annuum, der spanische Pfeffer oder Paprika (Fam. nat. Solanaceae), stammt aus Mittelamerika. Verwendet werden zur Tinktur die frischen, reifen Schoten.
Capsicum annuum
Zu dieser Art gehört ein Großteil der verkauften Paprikas und
Chilies (wie z.B. der Gemüsepaprika, Peperoni, "Anaheim", Chile-Jalapeno...)
Das Aussehen der Pflanze und der Früchte kann dank jahrtausendelanger
Zucht erheblich schwanken. Die Blüten sind weiß und sitzen einzeln
auf den Stengelknoten. Die Kelchblätter sind als Zähne ausgebildet.
Die Früchte hängen, wie die Blüten, oft nach unten. Die
Pflanzen sind, wie der Name schon sagt, einjährig. Sie vertragen keinen
Frost. Hauptverbreitungsgebiet ist das mittelamerikanische Tiefland. Sie
werden aber überall auf der Welt angebaut.