Neon wurde im Jahre 1898 von Ramsay und Travers entdeckt.
Erst wenige Jahre zuvor waren Argon und Helium von Ramsey
entdeckt worden. Er vermutete bei der Entdeckung dieser
beiden Elemente, daß es noch weitere mit ähnlichen Eigenschaften
geben müsse. Krypton und Xenon wurden im selben Jahr
wie Neon erstmals nachgewiesen. Neon ist ein Element der zweiten
Periode und der VIII. Hauptgruppe mit der Ordnungszahl
10. Es gehört zusammen mit Helium, Argon, Krypton, Xenon und Radon
zu den Edelgasen. An der Zusammensetzung des uns bekannten
Weltalls ist es zu 0,02% beteiligt. Auf der Erde ist Neon nur ein
Spurengas. Die Atmosphäre der Erde wird zu ungefähr
einen Prozent von Edelgasen gebildet. Nach Argon ist es das
zweitwichtigste atmosphärische Edelgas. Sein Anteil
liegt allerdings sehr deutlich hinter dem von Argon. Kleine Spuren sind
auch in vulkanischem Gestein eingeschlossen und in geringem
Umfang ist es im Wasser der Weltmeere vorhanden. Seine
mittlere Konzentration im Meerwasser liegt bei 120 ppt.
Eigenschaften
Neon ist unter Normalbedingungen ein farbloses, geruchloses
und geschmackloses Gas. Erst bei -246°C wird es flüssig. Es
hat somit nach Helium und Wasserstoff den niedrigsten
Siedepunkt aller Elemente. Bei -248,7°C wird es fest. Die Eigenschaften
von Neon werden wie die aller Edelgase durch die abgeschlossene
Valenzelektronenschale bestimmt. Diese Edelgasschale ist
sehr stabil. Dies wird durch die ungewöhnlich hohen
Ionisierungsenergien deutlich. Alle Edelgase zeigen die jeweils höchste
Ionisierungsenergie ihrer Periode, wobei die Werte innerhalb
der Gruppe mit steigender Atommasse stetig abnehmen (von
Helium mit 24,6 eV zu Radon mit 10,7 eV). Die Ionisierungsenergie
von Neon liegt bei 21,6 eV. Alle Edelgase sind äußerst
reaktionsträge. Sie werden deshalb auch als inerte
Gase bezeichnet. Von Neon sind keine stabilen Verbindungen bekannt. Für
spektrometrische Untersuchungen wurden allerdings mehrere
Ionen erzeugt: Ne2+, (NeAr)+, (NeH)+, (NeHe)+; auch ein
instabiles Neonhydrat ist bekannt. In Vakuumentladungsröhren
leuchtet das Gas orangerot. Neon ist wie alle anderen Elemente
seiner Gruppe nicht essentiell für Organismen.
Isotope
Neon ist eine Mischung aus drei stabilen Isotopen: Neon 20
(90,51%), Neon 21 (0,27%) und Neon 22 (9,22%). Daneben sind
noch sechs instabile Isotope bekannt, deren Halbwertszeit
zwischen 3,4 Minuten und 109 Millisekunden liegen.
Verwendung
Das Edelgas wird ausschließlich aus verflüssigter
Luft durch fraktionierte Kondensation bzw. Destillation gewonnen. Die
weltweite Jahresproduktion wird mit ungefähr einer
Tonne angegeben und die atmosphärischen Reserven auf 65 Mrd. t
geschätzt. Neon wird neben Helium und Argon als Füllgas
für Leuchtstoffröhren und Glimmlampen eingesetzt. Gemische aus
Neon und Helium werden für Gas-Laser verwendet. In
der Kältetechnik findet es in Spezialkühlgeräten Anwendung,
da seine
Kühlkapazität deutlich über der von Helium
liegt und es gleichzeitig billiger ist.