Angustura vera

Angustura vera · Ang.

Cortex Angusturae oder Augusturae, Bonplandia trifoliata

Hahnemann, RAL VI/27

Die Rinde eines südamerikanischen Baums, Bonplandia trifoliata genannt, wird am besten in solchen Stücken zum Arzneigebrauch gewählt, welche etwa eine Linie dick, wenig gebogen, an der äußern, erhabenen Fläche mit einem graulicht weißen, leicht abzuschabenden, feinen Ueberzuge bedeckt, mit feinen Querfurchen bezogen, an der innern, hohlen Fläche hellbräunlich gelb, leicht brüchig und auf dem Bruche zimmtfarbig und porös sind, von widerlich gewürzhaftem Geruch und durchdringendem, etwas hitzigem, gewürzhaft bitterm Geschmacke, wovon das Pulver dem Rhabarberpulver an Farbe beikömmt; der Absud soll von aufgelösetem Eisenvitriole nicht niedergeschlagen werden.

(…)

Viele Jahre lang hat man sich über eine dieser ächten Angustura-Rinde im Handel untergeschobene falsche Rinde, welche sehr gefährliche und giftige Wirkungen äußere, öffentlich beschwert, und viele Jahre lang dem Baum nicht nennen können, von welchem diese unächte Rinde abstammen sollte.

Jetzt nenn man die Brucea ferruginea als den Baum, von welchem diese falsche, verdächtige Rinde genommen werde; sie soll, nach chemischer Untersuchung dasselbe Akaloid liefern, als die Krähenaugen, die Ignazbohne u.s.w. Indessen besitzt die oben beschriebene, ächte Angustura-Rinde ebenfalls eine ungemein große Arzneikraft, so daß, wenn man sie auch unmittelbar von dem Baume, Bonplandia trifoliata auf St. Thomas del Angustura in Südamerika erhält, wie doch jetzt wohl ohne Zweifel geschieht, sie doch ohne gehörige Mäßigung der Gabe und im ungeeigneten Falle, ebenfalls, wie jede sehr kräftige Arznei, großen Schaden anrichten muß.

(…)

Labor Gudjons

Angusturarinde ist leicht über den einheimischen Drogenhandel zu erhalten, da es als Bittermittel für Drinks und Cocktails eingesetzt wird, z.B.:

Bloody Mary

  • Stolichanya Vodka
  • Tomat juice
  • Angusturaextract
  • Tabasco
  • Salt & pepper
  • Lemon & Juice
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