Causticum Hahnemanni

Causticum Hahnemanni · Caust.

Hahnemanns Ätzstoff

Hahnemann „Die chronischen Krankheiten“, Band III, S.84

„Aetzstoff, Tinctura acris sine Kali“

„Man nimmt ein Stück frisch gebrannten Kalk von etwa zwei Pfunden, taucht dieses Stück in ein Gefäss voll destillirten Wassers, eine Minute lang, legt es dann in einen trockenen Napf, wo es bald, unter Entwickelung vieler Hitze und dem eigenen Geruche, Kalk-Dunst genannt, in Pulver zerfällt. Von diesem feinen Pulver nimmt man … mischt damit in der … porcellänenen Reibeschale eine Auflösung von zwei Unzen bis zum Glühen erhitztem und geschmolzenem, dann, wieder erkühlt, gepülvertem, doppelsaurem schwefelsaurem Kali … in zwei Unzen siedend heissem Wasser, trägt diess dickliche Magma in einen kleinen gläsernen Kolben, klebt mit nasser Blase den Helm auf, und an die Röhre des letztern die halb in Wasser liegende Vorlage, und destillirt … alle Flüssigkeit bis zur Trockenheit ab.“

Causticum, Ätzstoff oder Phantasieprodukt ?

Auf der Suche nach einer verbesserten Version einer Tinctura acris, einer laugigen Ätzsubstanz hat Hahnemann mit der Herstellung von Causticum neue Wege beschritten. In einem genau beschriebenen Produktionshergang soll ihm eine scharfe ätzende alkalisch riechende Substanz gelungen  sein, welche er Causticum nannte und deren Symptome sich in seiner AMP nachlesen lassen.

Bei dem Versuch, Causticum erneut herzustellen, mußten spätere Homöopathen aber feststellen, dass keineswegs eine ätzende laugige Substanz herzustellen war. Je nach Versuchsanordnung entstanden unterschiedliche Produkte, deren „aktive“ Substanzen einmal Ammoniumcarbonat oder einfach nur Wasser waren.

Schließlich kann bei der Betrachtung der Herstellungsanleitung Hahnemanns für Causticum am Ende des Prozesses theoretisch nichts anderes als Wasser entstehen. Erst H.A. Grimm hat mit seiner Veröffentlichung in der KH 1989 (Band 33) die Herstellung einer leicht alkalisch ätzenden Substanz namens Causticum schlüssig auf eine Verunreinigung mit Kalilauge zurückgeführt und setzte damit der 150 Jahre dauernden Diskussion um die originäre Herstellung dieses zweifellos wichtigen Mittels in der Homöopathie ein Ende.

Labor Gudjons:

Das Ausgangsmaterial stammt von Dr. A. Grimm, der Hahnemanns Versuchsanordnung nachgebaut hat, um das Originalcausticum herzustellen.

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