Manganum carbonicum

Manganum carbonicum · Mang-c.

Mangancarbonat

MnCO3: Mol. Gew. 114.94
English: Manganese carbonate
French: Carbonate de manganese

„Manganum (Magnesium, Manganesium), Braunstein“


“Der gegrabene Braunstein oder das schwarze Braunstein-Oxyd wird mit gleichen Theilen an Gewichte krystallinischem, reinem Eisenvitirol (schwefelsauerm Eisen) genau in der steinernen Reibeschale zusammen gerieben, und dann, mit etwas Zuckersyrop gemischt, zu Hünerei grossen  Kugeln geformt, welche zwischen scharf glühenden Holzkohlen erhitzt und zehn Minuten im Weissglühen erhalten werden. Die nachgängige Auflösung derselben in reinem, (destillirtem oder Regen-) Wasser enthält reinen, schwefelsauern Braunstein, während der Satz das überschüssige Braunstein-Oxyd mit Eisen-Oxyd vermischt enthält. Der mit Natron aus der hellen Auflösung gefällte und mit Wasser oft genug abgespülte, kohlensaure Braunstein ist ein weisses Pulver, das getrocknet, gepülvert und einige Zeit, auf Papier an der Luft ausgebreitet  … Von diesem weissen kohlensauern Braunstein (manganum carbonicum) …“

Hahnemann „Die chronischen Krankheiten“, Band IV, S. 214

Anmerkung:

Auch wenn Hahnemann Mangan mit dem Synonym Manganaise oder Magnesie belegte und damit der Verwechslung mit Magnesium eine Tür öffnete, handelt es sich bei der Herstellungsanleitung eindeutig um die Produktion einer im wesentlichen Mangancarbonat enthaltenden Arznei: 
Während man heute unter Braunstein das Mangan(IV)oxid MnO2 versteht, verstand man zu Hahnemanns Zeiten darunter auch andere (eben braun-schwarze) mineralische Mangan-Oxide. Teilweise enthalten diese auch noch andere Elemente in Spuren wie Silicium oder Eisen. Der ursprüngliche Name Braunstein bezeichnete Magnesium niger oder Magnesia nigra (nach dem antiken Landschaftsnamen „Magnesia“), damit eine Manganverbindung. Magnesia alba bezeichnete mit der weißen Bittererde Magnesiumcarbonat, also ein Magnesiumsalz. Als verbale Verstümmelung und besonders in französischen Quellen findet man dagegen den Begriff Manganaise (Manganese) für Braunstein, und Manganaise blanche für weiße Bittererde. 
Als ein Schwede 1774 erstmals Mangan durch Reduktion von Manganoxid aus Braunstein als Metall darstellte, nannte er es Mangan nach dem ihm gängigen Namen Manganaise. (damals sprachen die gebildeten Schweden französisch). Als 1828 v. Liebig das andere Element (Magnesium) aus Bittersalzen isolierte, wurde es dann Magnesium genannt (auch Magnium und Talcium).

Manganum aceticum vs. Manganum carbonicum

Lt. Clarke hat Hahnemann sowohl das Acetat als auch das Carbonat geprüft und die Wirkung der beiden Arzneien nicht voneinander getrennt.

Herkunft des Mittels (Mang-acet.) 

Mangan bestimmt in seinen Verbindungen den arzneilichen Charakter, so daß ein Unterschied zwischen Manganum aceticum, carbonicum und muriaticum nicht gemacht wird. Auch Kalium permanganicum gehört hierher.

(…)

Mangan, dem Eisen  sehr nahestehend, ist in geringen Spuren stets im Körper vorhanden. Es gehört zu den Spurenelementen. Bei seinem Fehlen wurde bei Schafen eine schwere Erkrankung des Blutes festgestellt, die durch kleine Gaben von Mangan, dagegen nicht durch Eisen, geheilt werden konnte. Man kann also Mangan zu  den lebensnotwendigen Stoffen rechnen. Jedoch tritt beim Menschen durch größere Mengen Vergiftung besonders des Zentralnervensystems ein.

(…)

Literatur (zu Manganum Aceticum)

HAHNEMANN: Die chronischen Krankheiten, 2.Aufl., Bd. 6, und HAHNEMANN: Reine Arzneimittellehre, Bd. 4. Bei HAHNEMANN sind auch einige Symptome von Manganum carbonicum aufgenommen. Die Giftwirkungen von Mangansuperoxyd  (Braunstein) sind bei LEWIN („Gifte und Vergiftungen“) ausführlich dargestellt (S. 329: Der chronische Manganismus). 

ALLEN: Encyclopedia, Bd. VI. 

HUGHES: Cyclopaedi 

Mezger: Gesichtete homöopathische Arzneimittelehre, Haug Heidelberg 1961

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