Mezereum

Mezereum · Mez.

Seidelbast, Daphne mezereum


“Mezereum, Daphne Mezereum, Kellerhals“

„Im zeitigen Frühjahr wird die Rindes dieses im Aufblühn begriffnen Strauches gesammelt. Anfänglich presste man den Saft der frischen grünen Rinde aus … Besser ist es, sie zu trocknen  und gepülvert …“ 

Hahnemann „Die chronischen Krankheiten“, Band IV. S. 240

Herkunft des Mittels

Daphne Mezereum, der Seidelbast oder Kellerhals (Fam. nat. Thymelaeaceae), wächst in fast ganz Europa und einem großen Teil von Asien. Der verwendete Pflanzenteil ist in der Homöopathie die frische, vor der Blüte gesammelte Zweigrinde. Mezereum wurde in den vergangenen Jahrhunderten gegen Wassersucht und als Purgans verwenden Die stark hautreizende Wirkung hat zu seiner Verwendung als Vesikans geführt; die Innenseite der Rinde oder ein Pulver aus der Rinde, zu einem Pflaster verarbeitet, wurde ähnlich den Spanischen Fliegen gebraucht. HUFELAND rühmte seine Verwendung gegen Exostosen mit Kopfschmerzen, wie sie nach venerischen Krankheiten beobachtet werden.  Die Rinde des Seidelbasts, auf die Haut gebracht, ruft ähnlich den Kanthariden eine heftige Entzündung mit Erythem, Blasen- und Pustelbildung, ja selbst Nekrosen hervor. Die wirksamen Stoffe sind das harzartige Mezerein und das Glykosid Daphnin. Die Schleimhäute werden in der gleichen Weise gereizt; es kommt zu Niesen, heftigem Brennen im Hals, Erbrechen, Durchfällen, Nierenreizung mit Albuminurie und Strangurie Das Nervensystem ist beteiligt mit Kopfschmerzen, Schwindel, Delirien und Konvulsionen. Wegen der Beziehung zur Knochenhaut wurde es als Gegenmittel bei Quecksilber-Vergiftungen angewendet. Auch die Modalitäten der Verschlimmerung bei Nacht und Verschlimmerung durch Kälte erinnern an das Quecksilber-Bild. Mezger:  Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre,  Haug, Ulm 1961


Homöopathisches Arzneibuch, zugleich 5. Nachtrag zur Ausgabe 1978, 1. Nachtrag zur Gesamtausgabe, S. 197
„Daphne mezereum“

Giftberatung Bonn

http://www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale/seidelbast.html

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