Selenium metallicum

Selenium metallicum · Sel.

Selen, Selenium


Selen steht dem Schwefel sehr nahe und wird auch in der Natur in Begleitung des Schwefels gefunden. Es bildet mit Schwefel und Tellur die Schwefelgruppe.
C. HERING nahm eine Prüfung vor ohne Angabe über die Zahl der Prüfpersonen und die gebrauchte Dosis (Arch. Homöop. 12, 3: 192)
SCHRETER (N. Arch. homöop. Heilk. 3, 2: 184) verwendete D 4 und D 3.
ALLEN: Encyclopedia, Bd. VIII.
HUGHES: Cyclopaedia, Bd. IV.

(aus Mezger: Gesichtete Arzneimittellehre, Heidelberg 1967)

Verwendung


Die Weltproduktion von Selen liegt bei jährlich 1500 Tonnen; es wird größtenteils aus dem Anodenschlamm der Kupferaufbereitung gewonnen. Wichtige Einsatzbereiche sind die Halbleitertechnik und Fotozellen (ausgehend vom grauen Selen) zur Nutzung der Solarenergie. Wegen seiner fotoelektrischen Eigenschaften wird es in Fotokopierern eingesetzt. Als Farbpigment in Glas- und Keramikprodukten sowie Schmierstoff. In geringerem Maße findet es auch bei Legierungen und der Vulkanisation von Kautschuk Verwendung.

Se
Selen
Selenium
Namensbedeutung: selene (griech.): Mond
Symbol: Se
Ordnungszahl: 34
Zustand bei 25°C: fest, Nichtmetall
Häufigkeit [ppm]: 0,05
Entdeckt von: Berzelius (1817)
Oxidationszustände: -2, +4, +6
Relative Atommasse: 78,96
Schmelztemperatur (in K): 490
Siedetemperatur (in K): 958,1

Allgemein


Selen gehört neben Sauerstoff, Schwefel und Tellur zur Gruppe der Chalkogene (Erzbildner), die gemeinsam mit dem instabilen Polonium die Vl. Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente bilden. Unter diesen Elementen ist die enge chemische Verwandtschaft zwischen Selen und Schwefel am auffälligsten. Aufgrund dieser chemischen Ähnlichkeit wird bei manchen biologischen Prozessen nicht zwischen Selen und Schwefel unterschieden.

Selen ist ein relativ seltenes Element und findet sich als Selenid spurenweise in verschiedenen natürlichen Sulfiden wie Eisenkies, Kupferkies und Zinkblende.

Eigenschaften

Elementares Selen existiert – wie Schwefel – in mehreren stabilen Modifikationen: die drei roten Formen und die zwei schwarzen Formen sind nicht metallisch, nicht leitend; die graue, metallische Modifikation entsteht durch Erhitzen der schwarzen amorphen Form oder der roten Formen und leitet den elektrischen Strom.

In chemischen Verbindungen liegt Selen in folgenden Oxidationsstufen vor: 

• -2: Selenwasserstoff H2Se, z.B.: Selenide, organisch in selenhaltigen Aminosäuren
• +4: Selendioxid SeO2, z.B.: selenige Säure H2SeO3, Selenite SeO32
• +6: Selentrioxid Se03, z.B.: Selensäure H2SeO4, Selenate SeO42

Selen wurde in einigen Mikroorganismen, in Pflanzen (z.B. Asteraceen und Lequminosen) sowie in tierischem Gewebe nachgewiesen (z.B. selenhaltige Enzyme, in kleinen Mengen auch in den Stäbchen der Netzhaut).

Akute Toxizität


Die akute toxische Dosis von Natriumselenit bei verschiedenen Tierspezies beträgt 4 – 5 mg pro kg/Körpergewicht. Die LD50 von Selenit liegt unter 10 mg Selen pro kg/Körpergewicht. Beim Menschen sind akute Selenintoxikationen nur selten beschrieben, z.B. starb ein 3-jähriges Kind nach dem Trinken eines Waffenreinigungsmittels (Lösung mit ca. 1,8 % seleniger Säure).

Als letale Dosis für den Menschen werden 0,5 bis 1,0 Gramm (das sind eine halbe bis eine Million Mikrogramm) Selen angegeben. Anzeichen einer Überdosierung sind knoblauchartiger Atemgeruch, Müdigkeit, Übelkeit, Diarrhoe und abdominelle Schmerzen.

Chronische Toxizität

Bei Tieren treten chronische Vergiftungen auf, wenn durch Futter mehr als 5 ppm Selen aufgenommen werden. Beim Menschen haben Untersuchungen gezeigt, daß bei einer Selenaufnahme von über 750 ,ug pro Tag eine Verlängerung der Prothrombinzeit sowie ein Anstieg der Leukozyten beobachtet wird. Weitere Symptome einer chronischen Selenvergiftung können knoblauchartiger Geruch, metallischer Geschmack im Mund, Gewichtsabnahme, Erbrechen, Durchfälle, Veränderungen der Fingernägel oder Haar- und Nagelverlust sein.

Es ist ein Fall von einem über 60-jährigen Patienten bekannt, welcher 2 Jahre lang täglich 900 ,ug Selen als Natriumselenit eingenommen hatte und die Symptome einer chronischen Selenvergiftung aufwies, die allerdings nach Absetzen der Medikation vollständig ausheilte.

Mutagenität und Teratogenität

Selenit weist in zahlreichen zytogenetischen Untersuchungen und in in vitroStudien (z.B. Ames-Test) keine mutagene Wirkung auf.

Im Tierversuch läßt sich in sehr hohen Dosierungen ein mutagenes und kanzerogenes Potential nachweisen, wohingegen dieses für therapeutische Dosen nicht besteht. Im Gegenteil wirken hier Selenverbindungen antimutagen, immunstimulierend bzw. hemmen das Tumorzellwachstum und verhindern bzw. verzögern eher – wie zahlreiche tierexperimentelle Modelle gezeigt haben – die Krebsentwicklung.

Keine Hinweise (tierexperimentell bzw. klinisch) existieren für die teratogene Wirkung von Selenit. Bei verschiedenen Tierspezies wurde als Symptom einer chronischen Selenvergiftung eine Einschränkung der Reproduktionsfähigkeit aufgrund verringerter Spermienmotilität beschrieben.

(aus: Cefak, Cefaselen, Arzneimittelinformation, Postfach 13 60, 87403 Kempten)

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