Staphisagria

Staphisagria · Staph.

Stephanskörner

„Stephanskörner, der Samen von Delphinium Staphisagria“
Stephanskraut, Läusesamen. Französich: Dauphinelle, staphysaigre; englisch: Stavesacre; dänisch: Stefanskorn; italienisch: Stafisagria;.

Hahnemanns Reine Arzneimittellehre Band V, S. 291

„Ein Quentchen dieses Samens wird mit einem gleichen Gewicht Kreide (das Öl aufzunehmen) gepülvert … „.“Auf eine sehr rohe Weise mögen sich die Alten dieses Samens, um Erbrechen oder Speichelabgang zu erregen, bedient haben wie man schon aus Dioscorides ersieht, welcher jedoch auch seiner Anwendung gegen Zahnweh im Allgemeinen erwähnt, welche offenbar ihren Ursprung aus der Hausmittel-Praxis genommen hatte.Joh. Heinr. Schulze (Theses de materia medica, editae a C. C. Strumpff. Hal. 1746. S. 435.), eben selbst an Zahnweh leidend, nahm etwas davon in den Mund, erfuhr aber eine so heftige Verschlimmerung davon, daß er glaubte, unsinnig zu werden. Welche ungeheure Kraft muß nicht in dieser Substanz liegen! Das Kopf-Ungeziefer vertilgend ward dieser Samen bei den Griechen ´phtheirokokkon´ genannt und zu dieser Absicht kömmt sie noch in eine officinelle Salbe (unguentum pediculorum).“

Labor Gudjons:

Da die (keimfähigen) Samen direkt mit Lactose verrieben wurden, habe ich auf die Vorbereitung mit der Kreide verzichtet. Es wäre interessant herauszufinden, ob eine Verarbeitung mit Kreide eine bessere Arznei liefern würde im Sinne der Symptomensammlung durch eine kreidehaltige Tinktur.

Homöopathisches Arzneibuch, zugleich 5. Nachtrag zur Ausgabe 1978, 1. Nachtrag zur Gesamtausgabe, S. 199

Namensursprung:

Dem schon von Dioskurides für die Gattung gebrauchten Namen Delphinium liegt wohl die Ähnlichkeit der gespornten Blüte mit einem Delphin zugrunde; staphisagria ist aus dem griechischen ………. (staphis) = getrocknete Weinbeere und ………. (agrios) = wild, scharfschmeckend zusammengesetzt. Läusesamen, in bezug auf die Verwendung gegen Ungeziefer.

Die Pflanze kommt vor an unfruchtbaren Berghängen Südeuropas, Kleinasiens, auf den Azoren und den Kanarischen Inseln. Sie wird als Zierpflanze hier und da gebaut. Beim Zerreiben verbreiten die Samen einen angenehmen Geruch. Sie besitzen einen äußerst scharfen, bitteren Geschmack. Obwohl alle Delphiniumarten eine hautreizende Wirkung haben und als giftverdächtig anzusehen sind, ist doch Delphinum staphisagria die einzige wirklich giftige Art dieses Genus.

(…weshalb Hahnemann sie auch ausgesucht haben dürfte für seine erste Prüfung)

Geschichtliches und Allgemeines:

Die Stephanskörner wurden bereits von den alten griechischen und römischen Ärzten zu verschiedenen Zwecken gebraucht. So führte Dioskurides ihre Verwendung gegen die Läusekrankheit, Jucken, Krätze, als Brechmittel und Mundspühlwasser an. Bei den Römern hieß die Pflanze meist Pedicularia (pediculus = Laus), ein Name, der auf die allgemein übliche Benutzung zur Vertreibung von Läusen hinwies.

Homöopathische Thesen

Eine grundlegende Idee von Staphisagria ist die Verletzung, die auf keinerlei Widerstand gestoßen ist, wie durch ein scharfes Messer, welches -ohne sich an der Haut abweisen zu lassen in tieferes Gewebe vordringt. So wie Staphisagria als Verletzungesmittel für Folgen nach Operationen (Skalpell) oder Katheterisierungen dient, zeigen die Patienten oft einen ganz wehrlosen Umgang mit emotionalen Verletzungen, der sie entrüstet (bar der Abwehr oder Rüstung) zurückläßt.

Im besonderen Maße wird dabei ihre Würde verletzt, ohne daß sie sich unmittelbar gegen den Verursacher wenden. Typischerweise entlädt sich der gestaute Zorn dann an Gegenständen, die gar nichts dafür können, so daß dazu kommt, daß die Patienten das häusliche Geschirr an die Wand schmeißen, ohne den eigentlichen Verursacher ihrer Entrüstung zu treffen.

Besonders betroffen auf körperlicher Ebene sind neben dem gesamten Urogenitaltrakt die Zähne, die vorzeitig kariös werden, oder Beschwerden nach Zahnbehandlungen verursachen. Die Schmerzen sind dabei, dem Gesamtbild entsprechend oft scharf oder schneidend.

  • ALLGEMEINES; VERLETZUNGEN, Stöße, Stürze, Prellungen; Operation, Beschwerden durch
  • Blase; ENTZÜNDUNG der Schleimhaut; Verletzungen, nach
  • Gemüt; EHRGEFÜHL, Folge von verletztem
  • Gemüt; ENTRÜSTUNG, Empörung; Folgen, hat üble
  • Zähne; KARIES, hohle Zähne, Zahnfäule; beginnt sofort beim Erscheinen der Zähne
  • Zähne; EMPFINDLICHE Zähne; kann Zahnbehandlung nicht vertragen

Lit.:

Mezger: Gesichtete Homööpathische Arzneimittellehre, Haug, Ulm 1961
Madaus: Lehrbuch der Biologichen Heilmittel, Thieme, Leipzig, 1938
Kent Repertorium, MacRepertory

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