Herstellung

Die Herstellung unserer Arznein

Die Arzneiherstellung im Labor Gudjons
Sorgfältige Auswahl der Rohstoffe als erster Schritt

Welch ein Aufwand für die Gewinnung von Ausgangssubstanzen teilweise notwendig werden kann, zeigen diese kurzen Berichte von Frau Gudjons, die keine Mühen scheut, das richtige Material für die herzustellenden Arzneien zu finden:

“Für die Rohsubstanz zu Hekla lava unternahm ich eine Reise nach Island, wo sich der Vulkan namens Hekla befindet.
Aloe socotrina stammt von der Insel Soqotra, die im Indischen Ozean südlich vom Jemen liegt. Diese „Abenteuerreise“ unternahm ich in Begleitung von Herrn Dr. J. Wachsmuth, der lange im Jemen gearbeitet hatte.
Arzneien, die zu Zeiten von Hering, Kent und anderen Prüfern Eingang in die Therapie fanden, werden heute nach alten Synthesevorschriften in Labors von chemischen Instituten  an Universitäten, hergestellt”

Im Labor Gudjons werden ausschließlich C-und Q-Potenzen hergestellt so, wie von Hahnemann selbst verwendet und in seinen Werken beschrieben. (Reine Arzneimittellehre, Die Chronischen Krankheiten, Organon VI.)

Die eigentliche Arzneiherstellung besteht aus drei Schritten:
1. dem Aufschluss des Rohstoffs
2. der Potenzierung
3. der Imprägnierung

1.Verreibung als Aufschluss der Rohstoffe

Die Ausgangsstoffe werden soweit möglich frisch verrieben.
Um die Ausgangsstoffe der Erstprüfung zu verwenden, bedarf es  entsprechender Literaturstudien. Bei Synthesen von Rohstoffen sollten auch diese aus der Zeit der jeweiligen Arzneiprüfung sein.
Die Verreibung selbst wird mit Lactose (Milchzucker)  im Verhältnis 1 Gran : 100 Gran vorgenommen

Die Arbeitswerkzeuge für die ersten Schritte sind : Porzellanmörser, Pistill und Spatel

In einem ersten Arbeitsschritt werden die abgewogene Portion Arznei und der Milchzucker     im Mörser mit dem Pistill innig verrieben und wiederholt durch Zusammenscharren mit dem Spatel gelockert.

Am Ende der ersten Stunde ist die Potenzstufe C1 entstanden.
Der Arbeitsablauf zur Herstellung der C2 und C3 erfolgt analog der C1.
Damit erfordert der Herstellungsgang bis zur Potenzstufe C3 insgesamt drei Stunden.
Nach HAB, wird die Verreibung von Stoffen wie z.B. Metallen, bis C6 fortgesetzt und von da aus flüssig potenziert.

Potenzierung der C-Reihe ab C3

Der Arbeitsablauf zur Herstellung der C4 besteht bei Hahnemann aus der Auflösung der C3 und kräftigem Schütteln,
ierdurch  beginnt die Potenzierung der Flüssigkeitslinie.
C3 wird verflüssigt im Verhältnis 1:100/99 (1 Gran C3 + 100 Tropfen Flüssigkeit)
Unsere Hausvorschrift basiert auf Hahnemanns Angabe in den Chronische Krankheiten
d.III s. XII ff von 1833 und HAB.
Von C4 bis C1000 wird handverschüttelt im Verhältnis 1 Tropfen zu 100 Tropfen.
Alle Stufen werden mit Ethanol 43% hergestellt, nur für die zum
mprägnieren verwendeten   Stufen mit 86% Ethanol.

Imprägnieren

Bewährte Stufen sind  C6, C12, C30, C200, C1000. Die imprägnierten Globuli stellen die fertige Arznei dar, die anschließend in 1,5 Gramm Flaschen abgefüllt wird.

Herstellen der Q-Reihe

Die Herstellung der Q-Potenzen erfolgt nach Organon VI, § 270 und HAB-Vorschrift 59 durch Auflösen von einem Gran C3-Pulver in 500 Tropfen (400 Tropfen Wasser + 100 Ethanol). Von dieser Lösung wird nur ein Tropfen mit 100 Tropfen Ethanol 86% 100 mal kräftig geschüttelt und zum Imprägnieren von 50.000 Globuli der Größe 0 verwendet. So entsteht die Q1 in Globuliform. Die folgenden Q-Potenzstufen werden jeweils aus dem Globulus der Vorstufe erstellt; also Q2 durch Auflösen eines Zuckerkügelchens Q1, versehen mit 100 Tropfen Ethanol 86% 100 mal geschüttelt und wiederum imprägniert zur Q2 wie oben.
Für die Therapie werden die Globuli aufgelöst.

Neben der beschriebenen Arbeitsweise sind die GMP Richtlinien bezüglich Raumanordnung, Raumbeschaffenheit, Reinigung und Luftqualität usw. bindend.