"Des Arztes höchster und einziger Beruf ist,
kranke Menschen gesund zu machen, was man Heilen nennt."

Samuel Hahnemann Organon VI § 1


"Der wahre Heilkünstler muß die vollkräftigsten, ächtesten Arzneien in seiner Hand haben, um sich auf ihre Heilkraft verlassen zu können, er muß sie selbst nach ihrer Aechtheit kennen."

ebd. § 264


(...) auch sie selbst bereiten.

ebd. § 265


Samuel Hahnemann

Samuel Hahnemann


Heutzutage darf der Arzt die Arznei nicht mehr selbst bereiten, er muß darauf vertrauen, daß der Arzneihersteller sich in allen Punkten genau an Hahnemanns Arbeitsvorschriften hält. Diesem Vertrauen bemühen wir uns, gerecht zu werden.

Der Wunsch einiger Ärzte im In- und Ausland, über eine gute Arzneiqualität und korrekte Dokumentation der Ausgangsstoffe verfügen zu können, wurde zum Anlaß für die Herstellung unserer Arzneien, die 1987 begann.

Durch unsere Arbeit gewährleisten wir, daß die von Ihnen vorwiegend aufgrund der Ähnlichkeitsbeziehung zu Prüfungssymptomen verordneten Arzneien den tatsächlichen, in den Erst- oder Hauptprüfungen verwendeten Ausgangssubstanzen entsprechen. Unsichere Quellenangaben versuchen wir dabei durch aufwendige Literaturforschung zu klären.

Die Herstellung erfolgt nach dem gültigen HAB in Handfertigung.



Auszug aus "Gudjons aktuell" März 2007

20 Jahre Arzneiherstellung im Labor Gudjons

Image
Apotheke am Atzelberg Frankf./Main
Die Herstellung homöopathischer Arzneien ist mit meiner Biographie so eng verwoben, dass ich beides nicht mehr voneinander trennen kann. In diesem Sinne ist auch die Geschichte zu verstehen, die ich Ihnen hier erzähle.

„Wir leben in einer ganz besonderen, jedoch sehr gefährlichen Zeit, in der eine neue globale Kultur allen Widerständen zum Trotz allmählich Gestalt annimmt. Die Integration menschlicher Kultur und menschlichen Wissens ist die Herausforderung unserer Zeit. Es ist unbedingt erforderlich, dass dieser Prozess sich auf der Ebene der Wissenschaften vom Heilen vollzieht. Heilen bedeutet stets, zur Einheit finden. Wenn unser heilkundliches Wissen nicht integriert werden kann, wie können wir als Menschen untereinander zur Einheit finden?“

Diese Zeilen, dem Vorwort eines Buches über ayurvedische Kräuterheilkunde(1) entnommen, seien als Einleitung gewählt, da sie ebenso für die Homöopathie gelten.

Als Mitte der 60iger Jahre die Entscheidung zu meinem Pharmaziestudium fiel, konnte ich die Integration menschlicher Kultur und menschlichen Wissens weder denken noch ahnen. Mein Weltbild wurde gerade durch das universitäre und materiell-mechanistische Denken strukturiert. Im Studienablauf gab es ein paar Tage, die der Homöopathie gewidmet waren. Alle Studenten, auch der Professor, waren sich darüber einig, dass es sich dabei um etwas Obskures handele und man pharmazeutisch gesehen lediglich über die Verdünnungsunterschiede zwischen D- und C-Potenzen und die Technik des Vorgehens beim Potenzieren reden könne.

Image
Apotheke am Atzelberg Frankf./Main
Als junge Apothekerin bekam ich Mitte der 70er Jahre eine nicht diagnostizierbare Erkrankung. Das war der erste Anlass, die Methoden der Schulmedizin zu hinterfragen und alle zu dieser Zeit bekannten naturheilkundlichen Methoden kennen zu lernen. Dadurch kam ich mit den Themen und Methoden der Heilpraktiker und Ärzte für Naturheilweisen in Berührung und wurde 1978 selbst Heilpraktikerin. Eine dieser „alternativen Methoden“ war die Homöopathie.

Die Tür zur Homöopathie öffnete mir Dr. Mathias Dorcsi 1976 in einem Seminar in Baden bei Wien – und eine unglaubliche Heilung durch 3 kleine weiße Zuckerkügelchen.

Die Vorträge von Dr. Dorcsi beeindruckten mich derartig, dass ich in eine regelrechte Seminareuphorie verfiel. Dieser Zustand, scheinbar bedingt durch den Eintritt in neue Welten, löste eine Sucht aus, die ich nur durch Teilnahme an allen damals angebotenen Homöopathie-Fortbildungen befriedigen konnte, angefangen von den Repertorisationskursen auf Spiekeroog mit Dr. Künzli, Dr.von Ungern-Sternberg und Dr. Tiedemann, die Bad Brückenauer A-B-C-Kurse und solchen im Krankenhaus für Naturheilweisen in München Harlaching unter Dr. Braun und Dr. Zimmermann bis hin zu den Homöopathie-Tagen auf Schloss Weidenkam von Dr. Stübler. Tagungen bei der Fa. Wala und Weleda eröffneten mir den Blick in die Geisteswissenschaften.

Die Bücherberge um mein Bett herum wurden immer höher. 1978/79 fing ich neben meiner täglichen Apothekenarbeit in einer Heilpraktikerpraxis mit dem Ausarbeiten von Anamnesen an, damals noch mit den Repertorisationsbögen, die der eine oder andere von Ihnen sicher noch kennt. Die tägliche Beratung in der Apotheke wurde zu einer Homöopathie-Beratung und damit zu meinem Rettungsanker. Wie hätte ich sonst Apothekerin bleiben können, wenn mir meine allopathischen Mittel und Ärzte nicht einmal selber helfen konnten?

In einem mir selbst zunächst unbewussten, langsam fortschreitenden Prozess bildeten sich Wege zu den neuen Themen meines Lebens. Dieser Prozess war begleitet von einer Umwandlung meines Bewusstseins und Weltbildes: aus der Welt der Naturwissenschaft meiner Studienzeit zu einer Welt der Energiestrukturen als Information in materiellen und materiefreien Zuständen und geisteswissenschaftlichen Sphären.

Es ging auch darum, eine rational lineare Denkweise zu verlassen. Es ging um ein Bemühen eines nichtlinearen Vorgehens mit intensiver Sicht auf das Ganze anstelle von Betrachtung und Analyse „mikroskopischer Teile“(2).

Image
Apotheke am Atzelberg Frankf./Main
Die ersten zehn Jahre nach meiner Bekanntschaft mit der Homöopathie konnte ich mich unglaublich darüber ärgern, dass ich nicht verstehen konnte, wie sie funktioniert. Dieser Ärger wandelte sich langsam in dem Maße, wie ich bereit war anzuerkennen, dass sie wirkt, auch wenn ich nicht wusste, wie! Das, was hier in drei Zeilen steht, war ein jahrelanges, zähes Ringen, den Standort zu halten, der da hieß: der Mensch weiß alles und kann alles, und wenn vielleicht auch nicht heute, so doch sicher morgen, garantiert. Wetten, dass…

Diesen Standort musste ich dann endlich aufgeben, oder besser gesagt, in einen Ort der Demut umwandeln, der nun heißt: Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Zu einem zentralen Thema wurde die Frage: „Was ist Materie? Was potenzieren wir eigentlich? Und was geschieht mit der Materie in diesem Prozess?“

Die Berge der Bücher um mein Bett herum wurden noch höher….

Die Antwort auf die Frage: „Was ist Materie?“ suchte ich bei den Schöpfungsmythen der verschiedenen Religionen und in der Physik, bei den Schamanen der Indianer und Hawaianer, bei Rudolf Steiner und Frau Blawatzki, bei Alchemisten und in den Veden…

Auf dem Weg von fester Materie zu Schwingungsmustern, von Naturwissenschaft zu Geisteswissenschaft fand ich Tore zu vielen verschiedenen Welten in unserem Kosmos.
In all diesen Welten erhielt ich kostbare Geschenke für meine spätere Arbeit mit den Pflanzen und Arzneirohstoffen.

Mit Staunen und Ergriffenheit lernte ich aus den Büchern von indianischen Schamanen, wie dem vom „Weißen Adler“, den Umgang mit Pflanzen und allen Wesen der Natur.

Capra verblüffte mich mit der Aussage, das Entstehen der kleinsten Materieteilchen vorwärts und rückwärts in der Zeit erinnere ihn an den Tanz des Shiva(3).

Der “Tanz des Shiva“ wurde zur Weichenstellung in der Hindu-Philosophie und den Veden.

Bei Maharshi, dem Meister vom Berg Arunachala in Tiruannamalai erkannte ich das „Ich bin“, das mich zurück zur Mystik des Christentums führte.

Yoganada half mir, ein nicht lineares Denken zu akzeptieren.

Bei Frau Dr. von Ungern-Sternberg in Bochum lernte ich die Bedeutung der Intention als entscheidende Energie zu erkennen, die den Wert der Gedanken und Taten in unserem Leben bestimmt.

Von Dora Schmidt–Nagel, die bekanntlich eine Anhängerin der Hindu-Philosophie war, lernte ich, den Wert einer Arbeit mit der Arznei in einem meditativen Zustand schätzen.

Das sind nur einige Beispiele, die sich nicht alle auf die Vorbereitung zur Arzneiherstellung, sondern auch auf meine persönliche Weiterentwicklung auswirkten.

Meine Lehrer der Homöopathie
Die Lehrer der Kurse A-B-C und anderer Tagungen waren, wie auch heute, unsere Therapeuten, Ärzte und Heilpraktiker.

Image
Prof. Junius in der Apotheke beim Atzelberg
Sie waren bereit, alle erdenklichen Fragen zu beantworten. Durch mein intensives Verhältnis zur Homöopathie und den Wunsch, ihr zu dienen, entstanden persönliche Kontakte zu diesen Lehrern. Aus heutiger Sicht kann ich sagen, die Väter meiner Arzneiherstellung waren Dr. Klunker, Dr. Stübler, Dr. Gypser und Raimund Friedrich Kastner. Nichts, aber auch nichts habe ich selbst erfunden. Ich habe alles nur nachgemacht, Fragen gestellt und die Antworten verarbeitet. Eine bedeutende Frage war: Was macht die Qualität der Arznei aus?

Dr. Gypser wusste immer Themen in der Homöopathie, die der weiteren Erforschung bedurften, um „die Homöopathie dort auf feste Säulen zu stellen, wo der Untergrund sumpfig war“, wie er zu sagen pflegte. Ulrike Schober, Andreas Grimm und ich bildeten eine kleine Arbeitsgruppe, die unter seiner Anleitung unklare Quellen von Ausgangssubstanzen bearbeiteten. So entstanden die Artikel über Bryonia, Murex, Causticum, Hekla lava und die Spinnen, die in den Zeitschriften AHZ und KH veröffentlicht wurden.

Herr Dr. Gypser hatte sich mit der Entstehung der Repertorien und der Herkunft der einzelnen Teile aus Arbeiten verschiedener Ärzte, wie z.B. Hahnemann, Kent und Hering, genauer befasst und wusste daher, dass Prüfungssymptome gleicher Arzneien aus Prüfungen verschiedener Ärzte stammten und die Übereinstimmung der Ausgangsstoffe zur jeweiligen Arznei nicht immer gegeben war. Es ist ja leicht nachzuvollziehen, dass der Therapeut die Arznei für seinen Patienten verwenden möchte, die die Symptome im Repertorium verursacht hat. Ein Gedanke, der den Autoren des HAB zunächst fremd war. Hier ist zu erkennen, warum Hahnemann seinen Patienten die Arznei aus eigener Hand geben, ja diese selbst herstellen wollte (§264, Organon der Heilkunst, VI Aufl.).

Die Herstellung
Im Rückblick sehe ich deutlich, dass Lebensumstände, Bekanntschaften, Informationen wie von unbekannter Hand gesteuert, zur Herstellung von Arzneien nach Hahnemanns Vorbild führten.
Bei einer Feier am Bodensee 1983 hatte Dr. Klunker geäußert, es solle doch jemand alle wichtigen Arzneien mit sauberer Dokumentation nach Hahnemanns Angaben herstellen. Ich fühlte mich als einzige Apothekerin zwischen den anwesenden Ärzten genauso angesprochen wie 1976, als Dr. Künzli auf Spiekeroog sagte, es solle doch ein Apotheker in Deutschland die Hochpotenzen von Schmidt-Nagel importieren, damit die deutschen Ärzte leichteren Zugang zu den Mitteln hätten.

Nach meinem Kenntnisstand der besuchten Fortbildungsveranstaltungen dachte ich zunächst an die Herstellung von C-Potenzen. Peter Bartel überzeugte mich, mit den Q-Potenzen anzufangen. Es erschien mir auch logisch, die Arzneien herzustellen, die Hahnemanns letztem Entwicklungsstand entsprachen.

So entstand am 9. und 10. April 1987 Mezereum als erste Arznei durch eine Lactose-Verreibung C1, C2, C3 und den anschließenden Schritten, wie im §270, Organon der Heilkunst, VI. Aufl., beschrieben. Damals war mir gar nicht aufgefallen, daß der 10. April Hahnemanns Geburtstag war. In den folgenden 10 Jahren wurde Hahnemanns Geburtstag in jedem Jahr mit den Ärzten meiner Umgebung ausgiebig gefeiert.

Beim Verreiben von Mezereum fühlte ich mich von einem heißen Wüstenwind angeblasen. Beim Verreiben von Symphytum entstand der Eindruck, in ein wunderweiches, kühlendes Gel eingehüllt zu werden.

Mit Dr. Gypser als Mentor und Diskussionspartner zum Thema „wie stellt man eine optimale Arznei mit hoher Qualität her“, entstanden im ersten Jahr etwa 80 Arzneien bis Q 12. Die erste Beurteilung der Wirkungsweise der Arzneien durch bekannte Ärzte fiel sehr gut aus.
Auch nach Beginn der Arzneiherstellung besuchte ich Homöopathie-Fortbildungen. Oft begleitete ich Dr. Gypser auf seinen Seminarreisen z.B. in die Schweiz und nach Italien oder nahm an seinen Fortbildungen in Baden-Baden und später an seiner v. Boenninghausen Arbeitsgemeinschaft teil.

Die Ausgangsstoffe
C-Potenzen entstanden erst ab 1988 durch Auflösen der C3-Verreibung nach einer Hahnemannschen Angabe (CK, Bd. 3). Von C4 bis C1000 wird handverschüttelt im Verhältnis 1 Tropfen zu 100 Tropfen in eigens dafür hergestellten 7,5ml Flaschen. Mit diesen Flüssigkeiten werden Globuli direkt imprägniert: C6, C12, C30, C200, C1000. Später, nach HAB, wird die Verreibung bis C6 fortgesetzt und von da aus flüssig potenziert.

Image
Mitglieder der Bönninghausen-Arbeitsgemeinschaft 6. Mai 1995
Die Ausgangsstoffe werden sorgfältig nach den Angaben in „Hahnemann: Chronische Krankheiten, Bd. 1-5 (CK)“ und in „Hahnemann: Reine Arzneimittellehre, Bd. 1-6 (RAL)“ ausgewählt und frisch verrieben. Ebenso wird mit Flüssigkeiten verfahren. Dabei wird ein Tropfen einem Gran gleich gesetzt. Um die Zusammensetzung der Ausgangsstoffe exakt mit der der Erstprüfung in Übereinstimmung zu bringen, werden Hahnemanns Herstellungsvorschriften genau nachvollzogen. Es sollten die gleichen Verunreinigungen entstehen, wie bei Synthesen in seiner Zeit. Phosphorsäure wurde aus Rinderknochen hergestellt (CK V S. 79). Kalium carbonicum über eine Siedeperle, die sich im Keller über Winter verflüssigte (CK IV S. 1). Phosphorus entstand durch Verreibung von gelbem Phosphor mit angefeuchteter Lactose (CK V S. 1). Die aufsteigenden weißen Dämpfe mit phosphorisierenden grünen Funken darin vermittelten das unheimliche Gefühl, in einer mittelalterlichen Hexenküche zu stehen. Essigsäure wurde aus Weinessig destilliert. Für Calciumfluorit wurde das Mineral als Rohstoff ausgewählt. Graphit wurde aus einem Graphitstück hergestellt, das aus dem Museum der Graphitmine im englischen Cumberland stammte (CK III S. 291). Für die Rohsubstanz zu Hekla lava unternahm ich eine Reise nach Island, wo sich der Vulkan namens Hekla befindet. Aloe soccotrina stammt von der Insel Soqotra, die im Indischen Ozean südlich vom Jemen liegt. Diese Abenteuerreise unternahm ich in Begleitung von Herrn Dr. J. Wachsmuth, der lange im Jemen gearbeitet hatte.

Arzneien, die zu Zeiten von Hering und anderen Prüfern Eingang in die Therapie fanden, wurden nach alten Synthesevorschriften von Herrn Venzago, einem Schweizer Chemiker, im Apothekenlabor der Apotheke am Atzelberg in Frankfurt hergestellt, die ich damals betrieb.
Jede Arznei hat ihre eigene spannende Geschichte.

1990 erteilte mir die zuständige Aufsichtsbehörde in Darmstadt auf Antrag eine Herstellungserlaubnis nach Hahnemanns Arbeitsweise, die ich genau beschrieben mit Kopie der Originalliteratur eingereicht hatte.

Umzug nach Bayern
1993 verlegte ich die Arzneiherstellung nach Stadtbergen in ein dafür eigens errichtetes Gebäude. Dieses war unter der Beratung der Aufsichtsbehörde, der Regierung von Schwaben, nach den bestehenden Gesetzen gebaut worden. Die Beamten der bayerischen Aufsichtsbehörde bestätigten die Herstellungserlaubnis aus Hessen.

Image
Labor Gudjons in Deuringen

Durch den Umzug und die Herstellung außerhalb der Apotheke wurde ich zu einem pharmazeutischen Unternehmer und war dadurch den Gesetzen für Arzneihersteller unterworfen. Die zunehmend straffere Gesetzgebung für Pharmazeutische Unternehmer sorgte anhaltend für Arbeit durch Umstellung in der Laborausrüstung. Die Anpassung an die GMP-Richtlinien verlangte Luftfilter-Einheiten an den Arbeitsplätzen, Klimaanlagen, Einteilung nach Hygienezonen, weitergehende Dokumentationen der Arbeitsabläufe, regelmäßige Schulung der Mitarbeiter und eine unübersehbare Menge von SOPs (Special Operating Procedure = genaue Beschreibung aller Tätigkeiten im Hause einschließlich Putzbeschreibungen und Protokolle für tägliches Abzeichnen). Alle geforderten Punkte umzusetzen war nur durch einen externen Berater möglich. Langfristig stellte ich einen versierten Kontroll- und Herstellungsleiter ein.

Image
Eingang zum Labor Gudjons
Es vergingen Jahre, bis alle Anforderungen der diesbezüglich erlassenen Gesetze umgesetzt waren. Das Labor benötigte danach 25-30 % mehr Mitarbeiter zur Pflege der geforderten Dokumentationen, SOPs, Spezifikationen der Ausgangs- und Endprodukte, Analysenergebnisse aller eingehenden Stoffe, Stabilitätsuntersuchungen von Teil- und Endprodukten, sowie Anbruchstabilitäten, Wartungsverträge und Validierung der Geräte und verwendeten Software.

Registrierungen und Ablage von Dokumentationsblätter der täglich hergestellten Arzneien, auch wenn es nur eine einzige war (mit je 3 Unterschriften) füllen nun meterlang die Regale in Büro und Keller. Das dämpft den Enthusiasmus und die Arbeitsfreude erheblich, treibt die Kosten in die Höhe und verwandelt einen Arzneihersteller in einen Papierfabrikanten ...

Auf Betreiben eines Mitbewerbers wurde die Gültigkeit meiner Herstellungserlaubnis angefochten, die ich anschließend nach einem 3-jährigen Prozess mit dem Bundesgesundheitsamt verlor. Jetzt habe ich eine Herstellungserlaubnis nach §13 AMG. In Deutschland kann ein Arzneihersteller seine Arzneien nur vertreiben, wenn er nach dem gültigen Arzneibuch, in meinem Fall dem HAB, arbeitet.


Image
Papierkriegerin im Labor
Das gültige Arzneibuch manifestiert die Interessen der pharmazeutischen Großhersteller und wurde von Pharmazeuten und nicht von Homöopathen geschrieben. Es bedeutete für mich einen ziemlichen Spagat, die Qualität zu halten. Weil ich angetreten war als „die arzneiherstellende Hand Hahnemanns, die die Medizin für den kranken Menschenbruder herstellt“ (§265, Organon der Heilkunst, VI. Aufl.). Wie kann man ein Küchensalz, das zu Hahnemanns Zeiten wohl am ehesten ein Bergsalz war, durch ein chemisch reinstes (!) NaCl ersetzen (CK IV, S. 347)? Um nur ein Beispiel zu nennen. Alle bis dahin aufwändigen Unternehmungen, getreu unseren alten Klassikern zu arbeiten, war damit nicht nur vorbei, sondern verboten.

Diese Tatsache führte zu erheblichen Beulen in meinem Emotionalkörper mit Folgen auf den physischen Anteil meiner Wenigkeit.

Ab 1998, im Zuge des BSE-Wahnsinns in Europa, bedurften alle tierisch-organischen Arzneien, zu denen auch die Nosoden zählen, einer Registrierung für den Vertrieb. Eine Registrierung bei unserer staatlichen Gesundheitsbehörde zu erlangen, ist ein weiteres großes und kostenaufwändiges Kapitel, das ich hier nur andeuten möchte.

Verreibungen
Den optimalen Aufschluss der Rohsubstanz erhält man durch eine Verreibung, wie Hahnemann sie unter anderem in § 270 seines Organons der Heilkunst VI. Auflage beschreibt. Dabei werden die Strukturen des Stofflichen auf eine geheimnisvolle Art und Weise vom Kristallwasser der Lactose übernommen und bei Wiederholen des Prozesses vervielfältigt und verfeinstofflicht.
Schon bei der ersten oben genannten Verreibung von Mezereum erlebte ich zu meiner Überraschung eine Reihe von Symptomen. Gleichzeitig sah ich wie in einem Tagtraum Bilder, die im Zusammenhang mit der Arznei zu stehen schienen. Es entwickelte sich ein Frage und Antwortspiel mit dem Wesenhaften der Arznei, wobei die Antworten in Bildern erschienen.
Nachdem ich zunächst ganz natürlich damit umgegangen war, wurde mir plötzlich der außergewöhnliche Charakter dieses Zustandes mit einem gewaltigen Schrecken bewusst. „War ich reif für die Psychiatrie?“

Menschen wie Frau Dr. von Ungern-Sternberg, Raimund Kastner und Dr. Stübler, denen ich den Verdacht gestanden hatte, trösteten mich mit der Antwort: „Es ist alles in Ordnung, es handelt sich um die Realität einer anderen Ebene.“ Trotzdem habe ich ein paar Jahre lang nicht öffentlich über diese Angelegenheit gesprochen.

Bei den täglichen Verreibungen entstand eine Art von Begrüßungsritual und Bitte um Mitarbeit des Arzneiwesens bei der Herstellung einer Arznei für die Menschen. Mein Gruß war ein Strahl von Liebesenergie aus meinem Herzen, den ich in dem meditativen Zustand bei der Arbeit genauso sehen konnte, wie die Reaktion der Arzneiwesen und ihre Gaben, die sie auf meinen Wunsch in die Reibeschale legten. Alle Wesen reagierten mit Freude und Dankbarkeit. Gerade der Ausdruck ihrer Dankbarkeit hat mich oft bis zu Tränen gerührt.

Das Ergebnis dieser Begegnungen sind acht gefüllte Aktenordner mit Notizen und Verreibeberichten sowie den Protokollen der Verreibe-Seminare für Therapeuten, die eben das selber einmal erleben wollten.

Bis heute weiß ich nicht genau, woher die Bilder, die wahrgenommen werden, stammen.
Da ich den Namen der Arznei nenne, wenn ich die Verreibung beginne, mag es das Energiefeld der Substanz sein. Ein altes alchemistisches Geheimnis, das man in Goethes Faust lernen kann. Dr. Stübler meinte, es gehe auch biographisches Material mit ein. Beim Verreiben eines Krebsgewebes habe ich feststellen können, daß mein Bewusstseinsfeld oder der Ort der Wahrnehmung nicht im Bereich meines Körpers liegt. Vielleicht verbinden wir Menschen uns mit dem Feld der Ideen, wie Plato das genannt hat.

Image
Labor Gudjons – Ostansicht

Fussnoten:
(1)  S.1 Vasant Lad, David Frawley: Die Ayurveda Pflanzen-Heilkunde – Windpferd Verlag ISBN3-89385-002-3
(2)  S. eben da
(3)  Fritjof Capra: Das Tao der Physik, ISBN 3-502-67092-7
(4)  Causticum: Zeitschrift für Klassische Homöopathie (ZKH)Bd. 33 1989 Heft 2 Haug Verl. Heidelberg
(5)  Murex: ZKH Bd. 36 Heft 2 1991 Haug Verl. Heidelberg
(6)  Mittel aus Spinnen: ZKH Bd 39 1995 Heft 5 Haug Verl. Heidelberg
(7)  Hekla lava : ZKH Bd 37 1993 Heft 1 Haug Verl. Heidelberg
(8)  Bryonia: ZKH Bd. 35 Heft 2 1992 Haug Verl. Heidelberg






Gudjons GmbH & Co. KG - Höfatsweg 21 - D-86391 Stadtbergen-Deuringen
Tel.: +49 821 4447877 - Fax: +49 821 438444 - www.gudjons.com - info@gudjons.com



[deutsch] [english] [español] [français] [italiano] [magyar] [nederlands] [russisch]
[Arzneimittelliste] [Preisliste] [Darreichungsformen] [Bestellen]
[Bilder Bibliothek] [Suchmaschine] [Download] [Gästebuch] [Newsletter] [GUDJONS aktuell]
[Zur Apotheke] [Links] [Kontakt] [Impressum] [Disclaimer]